Projektbeschreibung
Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Kommunikationsräume wächst auch das Risiko gezielter Informationsmanipulation für Gesellschaft und demokratische Prozesse. Desinformation wird dabei häufig als Problem „der anderen“ wahrgenommen, während die eigene Anfälligkeit unterschätzt wird. Gleichzeitig sind die Mechanismen, Akteure und insbesondere die gesellschaftlichen Auswirkungen von Desinformation, etwa im Hinblick auf Polarisierung, Hassrede und Gewalt, bislang nicht ausreichend erforscht. Dies erschwert eine effektive Prävention und den angemessenen Umgang mit politisch motivierter Informationsmanipulation.
Hier setzt das Projekt RESONARE an. Ziel ist es, die Strukturen und Wirkungsweisen von Desinformation systematisch zu untersuchen und deren Einfluss auf gesellschaftliche Dynamiken besser zu verstehen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse, wie Informationsmanipulation zur Entstehung und Verstärkung von Hassrede sowie gewaltfördernden Entwicklungen beitragen kann.
RESONARE wird bestehende Wissenslücken durch eine kombinierte Analyse von Akteursstrategien, Kommunikationsmustern und Wirkungszusammenhängen adressieren. In einem ersten Schritt werden Verfahren zur Erkennung und Einordnung von Informationsmanipulation entwickelt. Darauf aufbauend entsteht ein Demonstrator zur automatisierten Erkennung von auf Desinformation folgender Hassrede. Ergänzend werden in ausgewählten Anwendungsfällen die gesellschaftliche Wahrnehmung sowie die Wirkung manipulativer Inhalte untersucht, um ein fundiertes Lagebild zu schaffen.
Die gewonnen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung zielgerichteter Präventionsansätze ein. Diese werden so gestaltet, dass sie insbesondere auf identifizierte vulnerable Zielgruppen zugeschnitten werden können. Ziel ist es, wirksame Strategien und Materialien bereitzustellen, die zur frühzeitigen Erkennung und Eindämmung von Informationsmanipulation beitragen.
Zur nachhaltigen Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz sollen die Ergebnisse von RESONARE für Aufklärungs-, Trainings- und Sensibilisierungsmaßnahmen nutzbar gemacht werden. Auf diese Weise leistet das Projekt einen Beitrag dazu, manipulative Einflussnahme im digitalen Raum besser zu verstehen, ihr wirksam zu begegnen und demokratische Strukturen langfristig zu schützen.
